Royal Seed Needy Home (Ghana)

   
     
 

Rund 70 Waisenkinder leben im Royal Seed Needy Home in der Nähe von Accra

Das ROYAL SEED NEEDY HOME ist ein "Waisenhaus wider Willen" - was als gutherzige Tat einer einzelnen, allein erziehenden Frau begann wuchs schnell zu einem neuen Zuhause für mittlerweile 70 Waisenkinder. Inzwischen konnte durch den Einsatz aller Beteiligten und durch Spendengelder einiges an der Infrastruktur verbessert werden. Doch immer noch besteht dringender Bedarf an den notwendigsten Dingen des Lebens …

 
   

In Odupong Ofakour, etwa eine Autostunde von Accra entfernt, hat Naomi Amenyah vor Jahren begonnen, neben ihrem eigenen Kind auch Waisenkinder aus der Umgebung zu versorgen. Die Not der Kinder in dieser Gegend war groß und so wurden aus den wenigen Kindern schnell immer mehr. Inzwischen kümmert sich die allein erziehende Mutter um 70 Waisenkinder im Alter von 3 bis 14 Jahren. Sie ist dabei auf die Hilfe von Nachbarn und freiwilligen Helfern angewiesen.

 

 
     
 

Die Toiletten vor der Renovierung...

Als die Flugbegleiterin Annika Gerigk 2007 auf einer Reise durch Ghana das erste Mal in das Waisenhaus kam, gab es im wortwörtlichen Sinne nichts. Es gab keinerlei nennenswerte sanitäre Einrichtungen. 

Die Küche bestand aus wenigen Wellblechstücken und einer Feuerstelle. 

Die komplette Wasserversorgung für Trinken, Waschen und Kochen bestand aus einer rostigen Regentonne. Es gab keine Elektrizität. Die Kinder schliefen alle gemeinsam in einer Hütte aus Stroh und Bambus - auf dem nackten Boden. Schutz vor der Anophelesmücke, dem Überträger der in Westafrika weit verbreiteten, lebensbedrohlichen Malaria Tropica, war  weder durch abgedichtete Wände noch durch Moskitonetze gegeben. 

Annika Gerigk beschloss zu helfen und begann unter ihren Freunden, Verwandten und Kollegen Geld für die Einrichtung zu sammeln. Der Zuspruch an Hilfe war überwältigend.

 
     
 

... und danach

Als Annika im September 2007 wieder nach Accra flog hatte hatte Sie knapp 5000 Euro gesammelt. Dadurch konnten die Beteiligten in der Zwischenzeit schon einiges an der Einrichtung verbessern, um den Kindern eine menschenwürdige, wenn auch noch lange nicht kindgerechte Umgebung bieten zu können. Neben der Verbesserung der sanitären Anlagen standen vor allen die Schlafräume im Mittelpunkt der Arbeiten. Es wurden Matratzen und Betten angeschafft und die Kinder haben nun getrennte Schlafräume für Jungen und Mädchen in gemauerten Häusern. Dies ist auch hinsichtlich der Abwehr der Malaria verbreitenden Moskitos ein wesentlicher Fortschritt.

Jedes der Kinder wurde auf den Märkten mit einer Grundausstattung an Zahnputzutensilien, Handtüchern, Tellern und Besteck versorgt. Zudem wurden Moskitonetze, säckeweise Bohnen und Reis, Eimer, Schüsseln, Flipflops, Bälle, Springseile, Schulutensilien (Lernbücher, Hefte, Stifte, Kreide) und ein Stromgenerator besorgt.


 
     
 

Die hygienischen Verhältnisse konnten dank des Wassertanks deutlich verbessert werden

Aber es ist noch ein langer Weg bis zu dem Punkt, an dem man den Kindern ein annähernd normales Leben bieten kann. Als einer der nächsten und wichtigsten Schritte ist die Anmeldung bei einer Krankenversicherung geplant, um eine medizinische Grundversorgung der Kinder zu gewährleisten. Dies wäre bereits mit 8 Euro im Jahr für ein Kind zu realisieren. Ein Ernährungsplan soll für eine ausgewogene Ernährung und damit ebenfalls zur Gesundheit der Kinder beitragen.

Zukünftig sollen alle Kinder krankenversichert sein und zur Schule gehen

Aber auch eine grundlegende Ausbildung ist das, was der "Hausmutter" Naomi besonders am Herzen liegt. Sie hofft, einen Lehrer zu finden, der regelmäßig in das Waisenhaus kommt, um den Kindern Lesen und Schreiben beizubringen. 

 
     
 


 
     
 

Entscheidend ist hierbei, dass die Hilfe nicht allein von außen kommt, sondern Entscheidungen vor allem von den Menschen vor Ort getroffen werden: Alle Utensilien werden auf den lokalen Märkten besorgt, Helfer unter den Einheimischen verpflichtet. "Es tut gut zu sehen, wie viel man mit relativ wenig erreichen kann", sagt Annika Gerigk, die großes Vertrauen in ihre Projektpartner vor Ort setzt, "ich lasse mich dabei von den Beteiligten beraten, um möglichst unbürokratisch und effektiv unterstützen zu können". In Kobi Bampoe aus Accra fand Sie einen wichtigen Mitstreiter, der ihr die lokalen Kontakte vermittelt und die Hilfe vor Ort koordiniert.