NEIA'S "Nummer 1" in Katutura

 
     
     
  "Durch Zufall bin ich auf Ihre Internetseite gestoßen und finde die Idee, Verwaltungskosten sparende Unterstützung in Afrika anzubieten, sehr interessant. Wenn Sie Interesse und Verwendung für eine Mitarbeit hätten, würde ich mich über eine Antwort sehr freuen.", hieß es in der ersten Mail von Katharina Schweiger aus Bamberg an NEIA im Oktober 2006. Nur drei Monate später, nach Beendigung ihres Studiums im Fach "Soziale Arbeit", startete die 22jährige das "Abenteuer Afrika" und ging als erster von NEIA vermittelter Volunteer nach Katutura. Hier schildert sie ihre Eindrücke nach zwei Monaten:  
     
 

„Nina, Nina, Nina“ schallt es mir schon von außerhalb des Centers entgegen, wenn ich täglich nach Katutura fahre. Doch nicht immer wird nach mir gerufen, denn „Nina“ bedeutet in Herero, der Sprache der einheimischen Herero auch „Aua, ich habe mich verletzt.“

Für drei Monate bin ich hier als freiwilliger „Volunteer“ tätig, um ein „after-school-program“, also ein Nachmittagsprogramm für die Kinder von Katutura anzubieten. Hier wird neben pädagogischen Spielen auch Tennis und Fußball gespielt oder ins Schwimmbad gegangen.

Vermittelt wurde mir diese Stelle durch NEIA e.V. Schon im Oktober hatte ich mit der Vereinsvorsitzenden via Email Kontakt aufgenommen und innerhalb von wenigen Tagen war der Kontakt zu MaryBeth in Namibia hergestellt. MaryBeth ist eine amerikanische Powerfrau, die seit über 20 Jahren an verschiedenen Orten in der Welt mit Kindern arbeitet. Sie schrieb mir gleich lange Emails und beschrieb die Situation vor Ort und auch, dass sie vor einigen Tagen mit 250 Kindern im Schwimmbad gewesen sei. Oh je, das erschien mir doch ein bisschen zu viel. Aber die Zeit verging schnell und Ende Januar saß ich schon im Flugzeug auf dem Weg nach Afrika.

 
       
 

Und ich kann nur sagen: die Arbeit mit den Kindern ist großartig! Noch nie zuvor habe ich erlebt, dass Kinder so auf Fremde zugehen, unvoreingenommen und immer wieder begeistert, jemand Neuen kennen zulernen.

Dass sich jeden Tag etwa 100 bis 150 Kinder im Center einfinden sorgt in der Tat für großen Trubel und ein buntes Durcheinander. Doch den internationalen Volunteers begegnen die Kinder mit großem Respekt. Sie sind so interessiert an den Ländern, aus denen die Freiwilligen kommen und an deren Kultur, dass sie gar nicht mehr aufhören Fragen zu stellen. Und so kommt es dann auch, dass „unsere“ Kinder sehr viel mehr lernen als die Schule ihnen zu bieten hat.

Eine der schönsten Geschichten, die ich hier erlebt habe war, als uns ein kleiner Junge fragte, ob er einen Atlas haben könnte. Der Lehrer in der Schule hatte nämlich erzählt, Hauptstadt von Amerika sei Kanada. Im Center aber haben wir ein selbst gemachtes Spiel mit den Flaggen der Welt und da erinnerte sich der zehnjährige Dios, dass Michael, der aus Kanada kommt, eine Flagge mit einem Blatt hatte und die Flagge von MaryBeth hatte doch viele Sterne? Also wollte er einen Atlas in die Schule mitbringen, um dem Lehrer zu beweisen, dass Kanada ein eigenes Land war. Ist das nicht beeindruckend?

 
       
 

Ich habe so viel gelernt von diesen Kindern und genauso geht es auch den anderen Volunteers. Einige sind nur für wenige Wochen hier, doch niemand geht ohne ganz besondere Eindrücke und Erlebnisse mitzunehmen und ohne den Kindern etwas auf ihren Weg mitzugeben.

Das Leben in MaryBeths Haus ist ebenso chaotisch und turbulent wie das Center – und mindestens genauso lustig. Die Zahl der Mitbewohner schwankt zwischen fünf und fünfzehn und die Tür steht für jeden offen. Abends sind wir meist damit beschäftigt, neue Spiele für die Kinder herzustellen, Geschichten aus dem Center zu erzählen oder einen Braai (ein afrikanisches Grillfest) zu machen. Gemeinsam machen wir auch immer wieder Tagesausflüge oder kleine Safaris durch diese wunderschöne Landschaft.

Namibia ist ein wunderbares Land in dem es so viel zu sehen gibt. Schaut es euch doch einfach mal selbst an und besucht MaryBeth, sie freut sich über jeden Volunteer – und sei es nur für einen Tag!